Musik

moersJazzfestival Moers
Pflichttermin zu Pfingsten ist das Internationale New Jazz Festival Moers, dass nicht nur ausgewiesene Jazzkenner, sondern auch Musikliebhaber anderer Stilrichtungen zu begeistern weiß. Leider ist die grandiose African Dance Night mit dem Weggang des langjährigen Festivalleiters Burkhard Hennen seit dem Jahr 2006 eingestellt worden, trotzdem ist das Angebot breit gefächert und zieht die unterschiedlichsten Menschen an. Vor allem die Jugendlichen, die in der Zeltstadt rund um das Festivalzelt im Moerser Stadtpark kampieren, finden sich zu spontanen Trommel-Sessions zusammen oder hängen vor ihren Behausungen inmitten von Müll- und Leergutbergen ab, während Moerser Bürger und Besucher aller Altersgruppen die Verkaufstände mit exotischem Naschwerk und Dritte-Welt-Devotionalien neugierig inspizieren oder sich zum Kauf einer afrikanischen Trommel oder eines australischen Didgeridoos anregen lassen.
 
Moers Festival

Events

extraschichtExtraSchicht
Am 2. Juni 2007 wird zwischen Duisburg und Dortmund die Nacht wieder zum Tag gemacht, wenn sich an 40 Spielorten Künstler und Kreative mit atemberaubenden Aktionen und beeindruckenden Darbietungen wieder in Szene setzen. Kultur im Revier, das heißt Musikdarbietungen, Tanz und Theater im Wechsel mit Kabarett und Kleinkunst, Aktionen, Happenings und Installationen. 50 Jahre Europa heißt auch 50 Jahre multikulturelles und friedliches Zusammenleben und Arbeiten im Revier. Shuttle-Busse bringen die Besucher zu den Spielorten, an denen sie bei diversen Mitmach-Aktionen auch wieder selbst aktiv werden können. Motorisierte Besucher müssen sich auf überfüllte Parkplätze und längere Anmarschwege einrichten.
 
Extraschicht 2007
extraschichtRuhrfestspiele Recklinghausen
Die Kohlenspenden der Recklinghäuser Bergleute im Winter 1946/47 für das deutsche Schauspielhaus in Hamburg waren der Anlass für ein Gastspiel von Schauspielern der Hamburger Staatsbühnen im Jahre 1947 unter dem Motto "Kunst gegen Kohle" in Recklinghausen. Damit waren die Ruhrfestspiele geboren, die von nun an jedes Jahr von der Stadt Recklinghausen und dem Deutschen Gewerkschaftsbund organisiert wurden. Während in den ersten Jahren vor allem klassische Theaterstücke und populäre Opern auf dem Programm standen, erfolgte in den 1960er und 70er Jahren eine zunehmende Politisierung der Festspiele. Die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Gewerkschaften wurden ausgeweitet und Diskussions- und Begegnungstreffen zwischen Arbeitern und Theaterleuten organisiert. Dazu kamen niedrige Eintrittspreise und der Vertrieb eines Großteils der Eintrittskarten über die Gewerkschaften.
 
1961 erfolgte die Grundsteinlegung für das Ruhrfestspielhaus, in dem 1965 die ersten Aufführungen stattfanden. Ein eigenes Ensemble der Ruhrfestspiele beteiligte sich mit sehenswerten Produktionen. Der Festspielleiter Hansgünther Heyme machte in den 1990er Jahren europäisches Theater, um der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken. Unter der Intendanz von Gérard Mortier gingen die Besucherzahlen so zurück, dass die Ruhrfestspiele in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten. Erst der neue Festspielleiter Frank Hoffmann schaffte 2005 einen Neuanfang, indem er mit Gotthold Ephraim Lessing und im darauf folgenden Jahr mit Shakespeare ein größeres Publikum nach Recklinghausen holen konnte.
 
2007 steht nun Goethe als "Initiator neuer Formen, neuer Perspektiven auf vertraute Zusammenhänge, neuer Sensibilität für erstarrte Zustände - seelische wie gesellschaftliche" im Zentrum der Festspiele. Unter diesem geistigen Patronat versammeln sich Klassiker wie Molière oder Theatermacher wie Henning Mankell, den ich bisher nur als Autor der Wallander-Krimis kannte. Und neben dem traditionellen Kulturfest am 1. Mai gibt es eine Vielzahl von Ur- und Erstaufführungen und szenischen und musikalischen Experimenten an den unterschiedlichsten Spielorten.
 
Ruhrfestspiele
Jahrhunderthalle BochumRuhrTriennale
Die Ruhrtriennale wird seit 2002 jährlich an unterschiedlichen Spielorten im Ruhrgebiet durchgeführt. Aufführungsorte für die spektakulären Musik-, Tanz-, Literatur- und Theaterdarbietungen sind ausgewählte Industriedenkmäler (Maschinenhallen, Kokereien) und andere konventionelle Spielstätten. Zentrum der RuhrTriennale ist die Jahrhunderthalle in Bochum, eine ehemalige Ausstellungs- und Gebläsemaschinenhalle in bemerkenswerter Stahlkonstruktion.
 
Gérard Mortier konnte zwischen 2002 und 2004 die RuhrTriennale als bedeutendes europäisches Festival etablieren. Unter der Intendanz von Jürgen Flimm in den Jahren 2005 und 2006 standen historische Epochen im Vordergrund: die romantische Idee und der Mensch des Barock. Das Programm der Spielzeit 2007 bezieht sich auf die Schwelle zwischen spätem Mittelalter und früher Neuzeit.
 
Ein Programmpunkt, der höchsten Musikgenuss verspricht, ist das Projekt „Century of Song“, ein Forum für die innovativen Ideen bekannter und beliebter Songwriter. Beeindruckend “The Incrible Country Night” mit Bill Frisell und Band und die Countrysänger Buddy Miller, Chip Taylor und C. Rodriguez im Jahre 2005, unvergesslich das Konzert mit David Byrne (Ex-Talking-Head) und Greg Cohen im Jahre 2006. In 2007 werden Dhafer Youssef and Friends und Wolfgang Niedecken das Projekt Century of Song gemeinsam mit dem diesjährigen Kurator Mike Herting gestalten.
 
RuhrTriennale
comedyarts Internationales ComedyArts Festival Moers
Was sich in einem relativ bescheidenen, fast familiären Rahmen seit 1976 alljährlich im Schlosshof des Moerser Stadtschlosses abspielte und vormals Folk & Fool Festival hieß, hat sich inzwischen zu einer Großveranstaltung entwickelt, bei der in einer Open-Air-Arena an drei Abenden Comedy- und Slapstickdarbietungen aus verschiedenen Ländern präsentiert werden. Das abwechslungsreiche Bühnenprogramm bietet Comedy vom Feinsten, oft jenseits der Plattheiten und Peinlichkeiten nervender Fernsehcomedians.
 
Neben bekannten deutschen Namen wie Herbert Knebel, Helge Schneider, Rainer Kröhnert und Götz Alsmann finden auch international bekannte Künstler wie Django Edwards und Les Funambules den Weg nach Moers. Fast immer gibt es Entdeckungen, wie den skurrilen Österreicher Helfried oder das anarchische Chaostheater Orapax aus Freiburg. Stand-Up-Comedians aus Skandinavien, der Schweiz, Frankreich und vor allem England erfreuen die Besucher mit artistischen oder musikalischen Einlagen; sie steppen, zaubern, jonglieren und experimentieren hemmunslos mit Hindernissen und Widrigkeiten.
 
Nicht verschwiegen werden soll, dass zwischen den einzelnen Acts die Wartezeiten zuweilen ein wenig lang erschienen und den Zeitraum einer ausgedehnten Trink-, Talk- und Toilettenpause erheblich überstiegen. Einige wenige Fehlgriffe bei den eingeladenen Künstlern – so im letzten Jahr die Fred-Kellner-Band mit der singenden Anke Engelke – können jedoch den insgesamt positiven Eindruck bei den ausgewählten Comedians nicht in Frage stellen. Zu hoffen bleibt, dass die Macher auch weiterhin den subversiven, anarchischen Humor pflegen und nicht der Versuchung erliegen, den „Speerspitzen der Spaßgesellschaft“ in Moers ein Forum zu bieten.
 
ComedyArts

 

loveparadeLoveparade 2007 Essen
Was Techno-Freak Dr. Motte 1989 auf dem Berliner Kurfürstendamm mit einigen Dutzend Ravern ins Leben rief, hat sich inzwischen zu einer regionalen Großveranstaltung mit über 1,2 Millionen Besuchern gemausert. Die Rede ist von der Loveparade in Essen, die von allen Beteiligten als kultureller und kommerzieller Erfolg gewertet wird. Sogar die Polizei sprach von einer der friedlichsten Massenveranstaltungen der letzten Jahre. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Loveparade als unverzichtbarer Bestandteil unseres regionalen Kulturlebens etablieren wird, im nächsten Jahr in Dortmund, dann in Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen.
 
Nachdem wir den Berliner Platz nach längerem Anmarsch von Altendorf aus erreicht hatten, glaubten wir uns in Sichtweite der gigantischen Bühnenkonstruktion am Ziel. Weit gefehlt. Die Floats paradierten (oder besser: standen) fernab des Berliner Platzes an der von Fans und Fußvolk umlagerten Strecke. Ein Durchkommen war schier unmöglich. Zu dieser frühen Stunde (ca. 15.00 Uhr) war der Berliner Platz noch begehbar, abgesehen von einer dichten Traube sich zu Techno-Rhythmen bewegender Raver, die mehr oder weniger mit den Insignien der Techno-Kultur ausgestattet die Bühne umlagerten. Dort sorgten Discjockeys wie Marusha, Kosheen und die Disco Boys für die richtige Stimmung. Voll wurde es dann aber nach dem Countdown zur Abschlusskundgebung um 17.00 Uhr, als Stars der Szene wie Westbam und Moby der Menge einheizten.
 
Ob die Beschallung der Essener Innenstadt mit mehr als 600 000 Watt zu Gehör- und sonstigen Schäden der Teilnehmer geführt hat, ist nicht bekannt. Klar ist jedenfalls, dass es, so die Leiterin der Essener Domschatzkammer, Birgitta Falk, "zu keinerlei erkennbaren Beeinträchtigungen der Goldenen Madonna im Essener Dom" gekommen" ist. Na, dann steht einer zukünftigen Abschlusskundgebung der Loveparade auf dem Petersplatz in Rom unter dem Motto "Love is everywhere" ja nichts mehr im Wege.
 
Loveparade

 

mkmDas MKM - Museum Küppersmühle für Moderne Kunst

Mitten am neu gestalteten Duisburger Innenhafen liegt das MKM. Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 eröffnet. In dem um 1900 errichteten Speichergebäude der ehemaligen Mühle ist heute ein Gastronomiebetrieb und das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst untergebracht. Das Museum bietet ein internationales Ausstellungsprogramm mit bis zu 5 Wechselausstellungen pro Jahr. Daneben präsentiert das Museum auf zwei Etagen ausgewählte Werke der Neuen Sammlung Ströher, meist herausragende deutsche Künstler von internationalem Rang mit dem Schwerpunkt Malerei.

Im Rahmen der Projektreihe AKADEMOS wird bis zum 2. März 2008 das Werk des 2007 an der ALS-Krankheit verstorbenen ehemaligen Professors der Kunstakademie Düsseldorf, Jörg Immendorf (1947 – 2007), gezeigt. Bekannt wurde Immendorf durch seine in den 90er Jahren geschaffenen großformatigen Bilder, in denen er sich mit der Person des Künstlers und insbesondere mit dem Übervater und Lehrmeister Joseph Beuys auseinandersetzt. Die Bilder seines Spätwerkes sind zum großen Teil Projekte, die Immendorf wegen seiner fortschreitenden Krankheit nur mit Hilfe des Computers und seiner Assistenten fertigstellen konnte.

Nicht zuletzt wegen seiner großzügigen Architektur, den hohen Ausstellungsräumen und dem markanten Treppenhaus und seiner unmittelbaren Nähe zum Duisburger Innenhafen ist das Museum ein Magnet für kunstinteressierte und kunstbegeisterte Ruhrgebietler und Touristen.
 
Museum Küppersmühle

 

mkmLudwig Galerie Schloss Oberhausen

Schloss Oberhausen wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Wohnsitz des Grafen Maximilian von Westerholt-Gysenberg im neoklassizistischen Stil erbaut. Ende des Jahrhunderts wurden die Schlossgebäude zunächst vermietet und 1911 an die Stadt Oberhausen verkauft, die bereits vorher den Schlosspark erworben und zu einem Volkspark, den Kaisergarten, umgestaltet hatte. 1947 eröffnete die Städtische Galerie Oberhausen mit einer Ausstellung impressionistischer Landschaften und einer Sammlung internationaler Grafik. Die Wirtschaftsgebäude, in der sich heute die Gedenkhalle für die Opfer des Nationalsozialismus und ein Restaurant befinden, wurden 1952 wiederhergestellt. Nach umfangreichen Renovierungs- und Umbauarbeiten in den 50er Jahren wurde die Sammlung von dem damaligen  Leiter, Professor Thomas Grochowiak, um Bilder aus dem Bereich des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit, des Kritischen Realismus und der Op- und Pop-Art erheblich erweitert.

Mit der Angliederung des „Ludwig Instituts für Kunst der DDR“ im Jahre 1983 beherbergte die Städtische Galerie Oberhausen die größte Sammlung zeitgenössischer ostdeutscher Künstler außerhalb der Grenzen der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Heute firmiert das Schloss nach einem weiteren Umbau im Jahre 1998 als „Ludwig Galerie Schloss Oberhausen“ und gehört damit zu dem Kreis der weltweit über zwanzig Museen, die durch Schenkungen und Dauerleihgaben des Ehepaares Irene und Peter Ludwig unterstützt und gefördert werden.

Noch bis zum 08. Juni 2008 zeigt die Ludwig Galerie die Ausstellung „Deix in the City - Special Guest: Arnold Schwarzenegger“ und setzt damit die Reihe bedeutender Repräsentanten der Cartoon- und Comicszene aus kunsthistorischer Perspektive fort. Der österreichische Zeichner und Karikaturist Manfred Deix versteht es wie kein anderer mit ätzendem Spott und dreisten Tabubrüchen die wahren Gesinnungen von Politikern, Klerikern und Gutmenschen offen zu legen und zu entlarven. 

Ludwig Galerie Schloss Oberhausen

 

heldenIndustriemuseum Henrichshütte: Helden

Die Ausstellung „Helden – Von der Sehnsucht nach dem Besonderen“, die bis zum 31. Oktober 2010 in der Henrichshütte in Hattingen präsentiert wird, ist zweifelsohne sehenswert, zumal die Kulisse des ehemaligen Industrieareals besonders den Helden der Arbeit einen würdigen und adäquaten Rahmen bietet. Der Kampf der Arbeiter und schließlich der gesamten Hattinger Bevölkerung gegen die Schließung der Hütte im Jahre 1987 mit den Massendemonstrationen, Streiks, Solidaritätsveranstaltungen, Mahnwachen und der fast fünf Kilometer langen Menschenkette wird umfassend dokumentiert. Aber auch die Helden des Sozialismus werden vorgezeigt: der DDR-Brigadier Wywczaryk, der wegen Übererfüllung der Norm mehrfach als „Aktivist des 5-Jahres-Planes“  ausgezeichnet wurde und der 1957 den Grundstein für den ersten Plattenbau der DDR legte ebenso wie Alexej Stachanow, der 1935 in einer Schicht 102 Tonnen Kohle förderte und damit die Arbeitsvorgabe um das Dreizehnfache überbot. Neben den Helden der Arbeit sind die Helden der antiken und der mittelalterlichen Welt als Skulptur, Plastik oder Bildnis zu bestaunen. Der Heldenverehrung im Kaiserreich folgt die Darstellung „soldatischen Heldentums“ während der NS-Diktatur und eine Würdigung der Helden des Widerstandes. Dass es in unserer Zeit nicht an Helden mangelt, machen die vielen Exponate deutlich, die auf charismatische Politiker, Religionsführer, Sportler und sonstige Gutmenschen verweisen bis hin zu den Idolen der Medien und Massenkultur. Damit ist der Abschluss der Ausstellung, bei der sich jeder Besucher selbst auf ein Podest stellen und als Held feiern lassen kann, nur konsequent.

Ausstellung "Helden" im Industriemuseum Henrichshütte

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