MERKwürdiges und DENKwürdiges aus dem Ruhrgebiet

Normandie

Honfleur

Am Vieux Bassin

Am Vieux Bassin

Beginnen möchte ich mit Honfleur, einem kleinen Hafenstädtchen an der Mündung der Seine in den Ärmelkanal. Auf dem Weg vom Ruhrgebiet in die Bretagne der ideale Ort für eine Zwischenübernachtung, liegt Honfleur doch gut erreichbar an der Grenze zwischen der Haute Normandie und der Basse Normandie kurz nach Überquerung der Seinemündung auf der „Pont de Normandie“. Das pittoreske Hafenbecken des Vieux Bassin ist umgeben von mehrstöckigen schmalen Häusern auf der einen und repräsentativen Bürgerhäusern auf der gegenüberliegenden Seite. Die Überreste einer Befestigungsanlage (La Lieutenance) grenzen das Hafenbecken nach Osten hin ab. Auf den schmalen Kais mit dem unverwechselbaren Kopfsteinpflaster wechseln Cafés und Restaurants in bunter Folge, und hin und wieder steht hinter einer Staffelei ein Maler, der es den großen der Zunft wie Courbet, Sisley, Monet, Pissarro, Renoir und Cezanne gleichtun will, die im 19. Jahrhundert Honfleur zu einem Zentrum der impressionistischen Bewegung erkoren.

Die Holzkirche Ste Catherine

Die Holzkirche Ste Catherine

Ein historisches Denkmal ist die im 15. Jahrhundert errichtete Kirche Sainte Catherine, die von Schiffszimmerleuten in traditioneller Technik aus Holz errichtet wurde und als größte Holzkirche mit freistehendem Glockenturm in Frankreich gilt.

Der Stadtgarten von Honfleur

Der Stadtgarten von Honfleur

Nicht weit vom historischen Zentrum Honfleurs befindet sich ein gepflegter Stadtgarten, der in einen 10 Hektar großen Park übergeht, in dem Skulpturen von berühmten Menschen ausgestellt sind, die in Honfleur gelebt oder gearbeitet haben.

Le Tréport

Blick über Le Tréport

Blick über Le Tréport

Es ist schon ein überwältigender Anblick, von den über einhundert Meter hohen Felsen auf die eng stehenden Häuser der Altstadt, die Hafenanlagen mit dem Leuchtturm bis hin nach Mers-les-Bains zu blicken, wo die hohen Felswände der Steilküste wieder in den Himmel ragen. Ein Schrägaufzug (Funiculaire du Tréport) führt auf der Trasse der ehemaligen Standseilbahn durch zwei in den Felsen gehauene Tunnel in wenigen Minuten von der Unterstadt auf die obere Ebene und erspart dem Besucher das mühsame Treppensteigen. Neben diversen touristischen Einrichtungen finden sich hier oben die Überreste des ehemals luxuriösen Hotels Trianon, das während des 1. Weltkrieges als britisches Militärhospital genutzt und schließlich 1942 von den Deutschen gesprengt wurde.

Der Leuchtturm von Le Tréport

Der Leuchtturm von Le Tréport

Hinter der Fischhalle führt ein massives Steinpier zum 13,5 Meter hohen Leuchtturm, der aus dem Jahre 1844 stammt. Besonders beachtenswert ist die massive Holztür mit den maritimen Motiven. Entlang der Promenade reihen sich die Restaurants und Bistros und bieten fangfrischen Fisch, Muscheln, Schnecken und Krustentiere auf gigantischen Meeresfrüchteplatten an.

Durch den gemeinsamen Bahnhof Tréport-Mer ist Le Tréport eng mit der Nachbargemeinde Mers-le-Bains verbunden. Heute hat der Bahnhof nur noch regionale Bedeutung und wirkt ein wenig heruntergekommen. Dagegen sind die holzverzierten Strandvillen an der Esplanade fast alle frisch renoviert und erstrahlen im Licht der Nachmittags- und Abendsonne.

Häuser in Mers-les-Bains

Häuser in Mers-les-Bains

Pourville-sur-Mer

Pourville-sur-Mer an der Alabasterküste

Pourville-sur-Mer an der Alabasterküste

Dieser kleine Ort an der Alabasterküste hat alles, was die Normandie als erholsames Reiseziel auszeichnet. Nicht weit von Dieppe gelegen, ist der Ort über die D75 gut zu erreichen und bietet neben einem mehrere hundert Meter langen Kiesstrand und einer Promenade den Ausblick auf die leuchtenden Felsen der einzigartigen Steilküste, die hier im Mündungsgebiet des Flüsschens Scie einen tiefen Einschnitt aufweist. Am Ende des Ortes steigt die D75 wieder langsam an und führt nach Varengeville, das wegen der englischen Gartenkunst im Bois des Moutiers viele Besucher anzieht.

Die Steilküste bei Varangeville

Die Steilküste bei Varangeville

Wir entscheiden uns heute für eine Wanderung entlang der Felsenküste und nehmen die steil ansteigende Straße hinter dem Parkplatz, die uns vorbei an verlassenen Herrenhäusern und pittoresken Landsitzen auf den GR 21 führt. Dieser Wanderweg ist durch zwei parallele langgestreckte Rechtecke in den Farben rot und weiß gekennzeichnet und führt uns zunächst durch bewaldetes Terrain abwärts zum Strand von Varengeville. Es gibt hier nur wenige Zugänge von den hohen Klippen zum Meer, fast alle führen durch kleine Schluchten, den sogenannten Valleuses. Da das Wasser gerade ansteigt, setzen wir sicherheitshalber den Weg oberhalb der abbruchgefährdeten Klippen fort und erreichen bald die nächste Schlucht, die Gorge de Moutiers. Den Abstieg hier ersparen wir uns und machen statt dessen eine kleine Rast an der Holzskulptur, die an der Stelle des ehemaligen Zöllnerhäuschens (cabane de douaniers) errichtet wurde. Von hieraus ist es nur noch ein kleiner Anstieg bis zu der die Klippen überragenden Dorfkirche St. Valery mit dem cimetière marin, dem Friedhof, auf dem auch Georges Braques begraben liegt.

Kirche Sainte Valery und der Cimetiére Marin

Kirche Sainte Valery und der Cimetiére Marin

Glasfenster von Braque

Glasfenster von Braque

Weiter geht es über Wiesen und Felder in den Ortsteil Vasterival, vorbei an dem idyllisch gelegenen Hotel des Terrasses zur nächsten Schlucht, der Gorge de Vasterival. Auf dem Weg zum Leuchtturm von d´Ailly säumen luxuriöse Villen und Herrenhäuser den Straßenrand, zumeist hinter dichten und hohen Hecken verborgen. Der Rückweg nach Pourville erfolgt parallel zur D75 vorbei am Musée Michel Ciry. Der in Varengeville lebende Maler, Graveur und Schriftsteller präsentiert hier in einem holzverkleideten Pavillion sein umfangreiches künstlerisches Werk.

 

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