MERKwürdiges und DENKwürdiges aus dem Ruhrgebiet

Tetraeder

Das Haldenereignis Emscherblick, kurz Tetraeder, ist ein in Form einer dreiseitigen Pyramide erbauter und frei begehbarer Aussichtsturm auf der Halde Beckstraße in Bottrop-Batenbrock. Die Stahl-Konstruktion mit einer Seitenlänge von 60 m ruht auf vier 9 m hohen Betonpfeilern und befindet sich auf der Kuppe der ca. 120 m über NN. hohen Halde an der Beckstraße.[1] Die Halde hat eine Prominenz von etwa 90 Metern zum Umgebungsniveau. Bei klarer Sicht kann man das Wahrzeichen der Stadt Bottrop vom Essener Hauptbahnhof aus erkennen.

Der Aussichtsturm wurde als Landmarke der IBA Emscher Park vom Architekten Wolfgang Christ aus Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Tragwerksplaner Klaus Bollinger (Bollinger + Grohmann, Frankfurt) entworfen und von der Rüter GmbH, Dortmund errichtet. Das Haldenereignis Emscherblick wurde am Tag der deutschen Einheit, 3. Oktober 1994, eröffnet.

Die Konstruktion besteht aus 210 Tonnen Stahl und Rohren in einer Länge von 1,5 km. Die Stahlkonstruktion ruht auf vier Stahlbetonsäulen, so dass sie vom Boden abgesetzt ist und besonders nachts, wenn der Tetraeder leuchtet, einen schwebenden Eindruck macht. Der Düsseldorfer Künstler Jürgen LIT Fischer hat die Lichtskulptur ‚Fraktal‘ an der Spitze des Tetraeders gestaltet. Die Kuppe der Halde wurde nach einem Entwurf von Wolfgang Christ als linsenförmige Vertiefung modelliert. Vom Mittelpunkt des abgesenkten Plateaus aus verschwindet die Industrie- und Stadtlandschaft des nördlichen Ruhrgebietes aus den Augen. Man ist mit sich, dem künstlichen Berggestein aus 1200 m Tiefe und dem Himmel über sich alleine. Die schwarzen und z.T. scharfkantigen Steine sollen die Erinnerung an die schwere Arbeit unter Tage wachhalten.

In die Hauptkonstruktion sind Treppen und in verschiedenen Höhen Aussichtsplattformen eingehängt: Die erste Plattform in 18 m Höhe erreicht man über eine als Hängebrücke gebaute Treppe, steil hinauf geht es zur zweiten Plattform in 32 m Höhe. Die dritte Plattform in 38 m Höhe besteht aus einem Ring mit 8 m Durchmesser, welcher eine Neigung von 8° aufweist; sie ist über eine Wendeltreppe zu erreichen. Die Treppen und Podeste sind an Stahlseilen beweglich in der Konstruktion aufgehängt, dadurch kann es bei stärkerem Wind zu Schwankungen kommen. Die Plattformen und Treppen bestehen aus Lichtgittern und Lochplatten mit freiem Blick nach unten.

Die Halde selbst ist durch ein dichtes Wegenetz erschlossen und kann in verschiedenen Steigungswinkeln erklommen werden. Der direkte Weg nach oben führt über eine Treppe mit 387 Stufen. Der Berg besteht aus taubem Gestein, was auf der unbepflanzten Gipfelfläche sehr schön wahr genommen werden kann. Vier Panoramatafeln beschreiben Details der Aussicht über das Ruhrgebiet. Auf der Nachbarhalde befindet sich als weitere Attraktion das Alpincenter Bottrop.

Der Tetraeder ist aufgrund der exponierten Lage und Höhe eine wichtige Landmarke der Region. Von oben hat man einen weiten Rundblick über das Industrierevier Ruhrgebiet. Bei guter Sicht ist der etwa 40km entfernte Rheinturm in Düsseldorf zu erkennen. So wie andere Ruhrgebietshalden ist der Tetraeder Teil der Route der Industriekultur.

Seite „Tetraeder (Bottrop)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 25. April 2011, 18:44 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tetraeder_(Bottrop)&oldid=88109433 (Abgerufen: 17. Mai 2011, 14:36 UTC)

Aliens nicht erwünscht

Aliens on the ground Creative Commons License Tobias Schlitt

Die von dem Bottroper Fred Fischer gestalteten Steinfiguren, von den Bottropern liebevoll Aliens genannt, müssen weg. Der Regionalverband Ruhr (RVR) traf die Entscheidung auf der Grundlage eines Rechtsgutachtens, dass dem Tetraeder-Schöpfer Wolfgang Christ die Urheberrechte an dem Gelände rings um den Tetraeder einräumt. Die Steinwüste vor der dreieckigen Stahlkonstruktion sollte als Gesamtkunstwerk gelten und die Landmarke besser zur Geltung bringen.

Die in monatelanger mühevoller Handarbeit sortierten hellen und dunklen Steinchen ergaben nach und nach die Umrisse außerirdischer Wesen, die nur von der Haldenplattform aus zu erkennen waren. Erst als ein Luftbild des Marsmosaiks in einer der örtlichen Zeitungen erschien, mokierte sich der Tetraederplaner Christ: „Das ist ein Kunstwerk, da kann doch nicht jeder machen, was er will.“

Am 18. Februar 2008 waren die inzwischen überregional bekannten Bottroper Aliens nur noch Geschichte. Ein Bagger zerstörte im Auftrag des RVR die Steinfiguren, um die Landmarke Tetraeder nach den Vorstellungen des Architekten wieder herzustellen.

Christ schlägt nun in einem Interview mit dem Ruhrportal „Der Westen“ vor, jedes Jahr neue Bilder unter dem Tetraeder darzustellen… Alle könnten dann kreativ werden, Künstler, Laien, einfach jeder .Der RVR, die WAZ oder Ruhr 2010 könnten ja einen Wettbewerb ausloben….“

Ich schlage den Allien-Artisten Fischer als Teilnehmer für den ersten Wettbewerb vor, falls der überhaupt noch Lust auf kreatives Legen hat.

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