Normandie (Cotentin)

Bayeux

Die Kathedrale von Bayeux
Die Einkaufsstraße Rue St-Jaques

An der N 13 in Richtung Cherbourg liegt die geschichtsträchtige Stadt Bayeux, die vor allem wegen des mittelalterlichen Teppichs, der die Eroberung Englands durch die Normannen im Jahre 1066 darstellt, von geschichts- und kunstinteressierten Reisenden aufgesucht wird. Der 70 Meter lange Teppich befindet sich in einer Vitrine im Musée de la Tapisserie ganz in der Nähe der Kathedrale Notre Dame, die im Stil der normannischen Gotik errichtet und 1066 eingeweiht wurde.


Bayeux

Um die Kathedrale herum hat sich ein mittelalterliches Stadtbild erhalten, nicht zuletzt weil die Stadt vor den zerstörerischen Luftangriffen der Allierten während der Operation Overlord verschont wurde und bereits am 7. Juni 1944 von den deutschen Besatzern befreit werden konnte. Das kommerzielle Zentrum liegt an der verkehrsberuhigten Rue St-Martin und der Rue St-Jaques und am Place St-Patrice, wo besonders an Markttagen ein dichtes Gedränge herrscht.


Côte de Nacre (Perlmuttküste) und Landungsstrände

Die Landung der Alliierten begann mit der Operation Overlord am 6. Juni 1944 (D-Day) an der wenige Kilometer von Bayeux entfernten Kanalküste. An fünf seperaten Brückenköpfen (Utah Beach, Omaha Beach, Gold Beach, Juno Beach und Sword Beach) landeten U.S.-Truppen, Britische und Kanadische Streitkräfte, um die deutsche Wehrmacht zurück zu drängen und Hitlerdeutschland in die Knie zu zwingen.

An den ehemaligen Landungsstränden und in vielen Orten der Normandie wird das Gedenken an diese grausame Operation wachgehalten durch zahlreiche Museen und Gedenkstätten. Unmittelbares Zeugnis dieser Zeit sind aber auch die Reste der Bunker- und Befestigungsanlagen in Longues-sur-Mer sowie die Reste der künstlichen Häfen vor der Küste bei Arromanches. Die vielen Soldatenfriedhöfe sind ein Ort des Gedenkens und ein Mahnmal für spätere Generationen, sich an die Geschehnisse der Invasion in der Normandie zu erinnern.


Der Strand von Arromanches

Heute ist die Perlmuttküste ein angesagtes Ferien- und Erholungsgebiet. Feinsandige, breite Strände bieten ausgezeichnete Bade- und Freizeitmöglichkeiten. In Port-en-Bessin lohnt ein Spaziergang entlang der Quais bis zur quirligen Fischhalle am Vorhafen, in Arromanches lassen sich im Musée du Débarquement die Landungsoperationen der Alliierten anhand von Modellen, Fotos und Ausrüstungsgegenständen nachvollziehen. Überhaupt stehen viele der Örtlichkeiten an der Côte de Nacre immer noch ganz im Zeichen der alliierten Landungsoperationen.


Port-en-Bessin

Auf dem Weg nach Barfleur passieren wir noch Utah Beach, den westlichsten Landungsabschnitt der Operation Overlord. Das Landungsmuseum in La Madeleine zeigt neben militärischen Ausrüstungsgegenständen, Schaubildern und Dokumenten ein amerikanisches Landungsboot und ein Exemplar des zweimotorigen Bombers Martin B 26 „Marauder“. Ein weiteres Museum in Quinéville dokumentiert das Alltagsleben in Frankreich während der deutschen Besatzung.


Utah Beach Landungsmuseum

St-Vaast-la-Hogue

Dieser malerische Fischerort ist bekannt durch seine im 17. Jh. errichteten Festungsanlagen, die heute mit anderen von Vauban errichteten Festungsbauten zum UNESCO-Welterbe zählen. Die vorgelagerte Insel Tahitou mit dem Fort, dem botanischen Garten und dem maritimen Museum ist während der Sommermonate ein lohnenswertes Ziel für Ausflügler und Touristen und bei Ebbe sogar zu Fuß erreichbar. Als Alternative zum Inselbesuch empfiehlt sich ein Spaziergang zum Leuchtturm oder zur Chapelle des Marins (Seemannskapelle). Das Fort de la Hogue liegt auf einer Landenge und ist am besten mit dem Auto erreichbar.

St-Vaast-la-Hogue

Barfleur

Die Auszeichnung von Barfleur als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ist für mich nicht nachvollziehbar, trotzdem hat dieser geschichtsträchtige Ort mit seinen alten Granithäusern und dem malerischen kleinen Fischerhafen etwas Reizvolles. Die Kirche St-Nicolas am Ende der Hafenmole ist sehenswert wegen der Holzstatuetten und dem Buntglasfenster zur Erinnerung an die Befreiung Barfleurs am 21. Juni 1944.

Hafen von Barfleur

Cherbourg

Cherbourg an der Nordküste des Cotentin ist als Atlantik- und Kriegshafen in die Geschichte eingegangen. Die Außenanlagen wurden auf Baugrund errichtet, der bereits in der napoleonischen Epoche im Meer versenkt worden war. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das schützende Hafenaußenwerk fertig gestellt.

 

Die ehemalige Gepäckabfertigung

Für den transatlantischen Schiffsverkehr wurde ein Hafenbahnhof gebaut, eine gigantische Halle im Stil des Art-déco, in der die Reisenden unmittelbar von der Eisenbahn auf die Ozeandampfer wechseln konnten. Nach der Landung der Alliierten wurde das Gebäude im Jahre 1944 von den Deutschen weitgehend zerstört.


Der Wiederaufbau der Cité de la Mer erfolgte als Meeres- und U-Boot Museum mit mehreren riesigen Aquarien und Ausstellungsflächen für Unterseeboote und Unterwassertechnik. Eine eigene Abteilung ist der Titanic gewidmet, die auf ihrer Jungfernfahrt in Cherbourg festmachte. Außerdem kann das erste Atom-U-Boot der französischen Marine, die „Redoutable“ auf dem Außengelände besichtigt werden.

Das U-Boot La Redoutable

Cap de la Hague

Leuchtturm Cap de la Hague

Das Cap de la Hague, den nordwestlichsten Teil der Cotentin-Halbinsel, erreichen wir über Auderville, von wo aus eine Stichstraße zum wellenumtosten Phare de la Hague führt. Der auf einer Felseninsel gelegene Leuchtturm wird automatisch betrieben, seit der letzte Leuchtturmwärter 1990 den Turm verlassen hat.

Wir folgen der D 401 in südlicher Richtung, nicht ohne zuvor den markantesten Aussichtspunkten einen Besuch abgestattet zu haben. Oberhalb der Baie d‘ Écalgrain bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf die lang gestreckte Bucht und den zum Baden einladenden Sand- und Kiesstrand. Die steile und felsige Küstenlinie
hat hier einen gut erreichbaren und bequemen Zugang zu Meer gelassen, den wir auch gleich für einen ausgedehnten Spaziergang nutzen.

Hafen von Diélette

Für die in der Nähe liegenden Aussichtspunkte Nez de Voidries und Nez de Jobourg bleibt uns wenig Zeit, obwohl der grandiose Blick von den „Felsnasen“ auf die wildbewegte und tosende See ein unvergessliches Erlebnis ist. Weiter geht es zu dem kleinen Sport- und Fährhafen Diélette, von wo aus Autofähren zu den Kanalinseln Guernsey und Alderney ablegen. 

Die Dünen von Biville

In den Dünen von Biville

Ein kleiner Abstecher zu den naturbelassenen Dünen von Biville, wo wir unterhalb der Kirche Saint-Pierre den Pfad zu den Dünen einschlagen, uns aber den beschwerlichen Abstieg zur Küstenlinie ersparen. Die ausgedehnte Dünenlandschaft erstreckt sich über ca. 200 Hektar und bietet Lebensraum für unzählige Pflanzenarten, Vögel und Insekten.

Auf der D 4 geht es vorbei am Centre Nucléaire von Flamanville. Die zwei Druckwasserreaktoren des Kernkraftwerkes werden mit Meerwasser aus dem Ärmelkanal gekühlt. Die Vorbeifahrt an dem streng gesicherten Betriebsgelände, das im übrigen auch nach Voranmeldung besichtigt werden kann, hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl, da es trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen in der Vergangenheit bereits zu mehreren kleineren Störfällen kam.

Barneville-Carteret

La Potinière

Carteret ist ein beliebtes Seebad und verfügt über mehrere Sandstrände. Der Plage de la Potinière ist bequem über das Hafengelände und der Mole am Gare Maritime zugänglich. An diesem Strand lassen sich im gleichnamigen Restaurant La Potiniére Meeresfrüchte, Fische und andere Köstlichkeiten genießen. Die aufgereihten blau-weißen Badehäuschen sind ein beliebtes Fotomotiv.


Die pittoresken Badehäuschen

Oberhalb dieses Strandabschnittes verläuft die Route de la Corniche und die Route des Deux Plages, die zum Leuchtturm und zum Plage de la Vieulle Èglise führen.
Eine fußläufige Straße mit einigen Souvenirläden, Restaurants und Badeartikeln macht den Ortskern von Carteret aus, ansonsten wirkt der Ort sehr beschaulich, ebenso wie die Nachbarorte Barneville und Barneville Plage.


Portbail

Dieser vielbesuchte Ferienort gehört zu den beliebtesten Zielen an der Cotentin-Küste. Besonders an Markttagen flanieren Einheimische und Touristen über den baumbestandenen Platz an der Église St-Martin und goutieren die lokalen und regionalen Produkte.

Markttag in Portbail

Unterhalb des Marktplatzes steht die Église Notre-Dame aus der frühromanischen Epoche, in der heute Kunstausstellungen stattfinden. Von der Kirche aus blickt man auf die dreizehnbögige Steinbrücke, die zum Hafen und weiter zu den Stränden führt.

Brücke in Portbail

Direkt an der Marina ist das Restaurant Le Repere einen Besuch wert, nicht zuletzt um in den ausladenden Korbstühlen mit einem Longdrink den Sonnenuntergang zu genießen.


Coutance

Kathedrale von Coutance

Der Ort Coutance ist vor allem bekannt wegen seiner im gotischen Stil errichteten Kathedrale. Sie gilt als schönstes gotisches Bauwerk in der Normandie. Besonders hervorzuheben ist der Vierungsturm, der von einer mit Fensteröffnungen versehenen hohen Kuppel „tour laterne“ (Laternenturm) gekrönt wird.

Granville

Granville Hafengelände

In Granville besuchen wir zunächst die geschäftige Unterstadt (Basse-Ville) mit ihren zahlreichen Boutiquen, Restaurants, Cafés und Souvenirläden. Die Rue du Port führt uns zu den verschiedenen Häfen und Hafeneinrichtungen. Die von einer Mauer umgebene Oberstadt (Haute Ville) wirkt wegen der Granithäuser streng und asketisch. Außerhalb der Stadtmauer an der äußersten Spitze liegt der Pointe du Roc mit dem Leuchtturm von Granville. Hier sind noch Bunker und Festungsanlagen des Atlantikwalls zu besichtigen.


Leuchtturm
Haus im normannischen Stil

FLICKR Galerie Normandie (Cotentin)

Normandie Cotentin 2020

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